Pflege deine Urteilskraft
Pflege deine Urteilskraft, um widersprüchliche Ansichten zu vermeiden. Vermeide vorschnelle Urteile, sei wohlwollend und gehorche den Göttern.
von Marcus Aurelius
Pflege deine Urteilskraft, um widersprüchliche Ansichten zu vermeiden. Vermeide vorschnelle Urteile, sei wohlwollend und gehorche den Göttern.
Folge der Vernunft, handle mit Eifer und Freundlichkeit, bleibe furchtlos und pflege Wahrheitsliebe, um ein glückliches Leben zu führen.
Akzeptiere, dass Menschen gemäß ihrer Natur handeln und erinnere dich daran, dass das Leben kurz ist und bald vergessen sein wird.
Betrachte Dinge so, wie sie wirklich sind, nicht wie dein Beleidiger sie beurteilt oder beurteilen will.
Kümmere dich um deine eigenen Handlungen und strebe nach Gerechtigkeit und Güte, ohne dich von den Fehlern anderer ablenken zu lassen.
Lass dich nicht von Zweifeln beeinflussen, sondern konzentriere dich auf das Richtige und Verständliche.
Beunruhige dich nicht und bleibe schlicht. Ereignisse sind schicksalhaft, nutze den Moment mit Vernunft und handle richtig.
Sei unerschütterlich wie ein Fels und betrachte Schicksalsschläge als Gelegenheit, deine Tugenden zu bewahren. Das Tragen solcher Lasten ist ein Glück.
Tue Gutes, ohne dafür Anerkennung zu erwarten. Handle wie ein Weinstock, der Früchte trägt, ohne Dank zu verlangen. Sei bereit, Gutes zu tun, ohne es zur Schau zu stellen.
Betrachte Schicksalsschläge als ärztliche Verordnungen und akzeptiere sie als notwendig für das Wohl des Ganzen. Sie dienen dem harmonischen Zusammenwirken aller Dinge und bringen letztlich Gesundheit und Glück.
Die Weltvernunft kennt keine Bosheit und vollendet alles ohne Schaden zu verursachen. Der Weltstoff ist formbar und anpassungsfähig.
Halte alles, was menschenmöglich ist, auch für erreichbar, selbst wenn es schwierig erscheint.
Sei bereit, dein Verhalten zu ändern, wenn dir jemand zeigt, dass du falsch liegst, denn die Wahrheit schadet nie.
Es ist grausam, Menschen nicht nach dem streben zu lassen, was sie für richtig halten. Belehre sie freundlich, ohne ungehalten zu sein.
Schäme dich nicht, Hilfe anzunehmen.
Verwandlung ist notwendig und natürlich für die Allnatur. Akzeptiere, dass nichts Nützliches ohne Veränderung zur Vollkommenheit gelangt.
Überlege, welche Ansichten über Gut und Böse jemanden zu seinem Fehlverhalten bewegt haben. Dies wird dir helfen, zu verzeihen und Mitgefühl zu zeigen.
Erkenne die Grundsätze derjenigen, deren Anerkennung du suchst. Dies wird dir helfen, über ihre Fehler nicht zu zürnen und ihre Anerkennung nicht zu verlangen.
Erweise eine Wohltat ohne den Wunsch nach Ruhm oder Gegenleistung, denn das ist töricht.
Reue ist ein Angriff auf sich selbst. Ein guter Mann kümmert sich um das Gute und bereut nicht, sich Vergnügen entgehen zu lassen, da es nichts Nützliches ist.
Wenn du morgens nur ungern aufstehst, erinnere dich daran, dass gemeinnützige Handlungen deiner Natur und der menschlichen Natur entsprechen, während das Schlafen etwas ist, das du mit Tieren teilst. Was der Natur eines Wesens entspricht, ist ihm vertrauter, angemessener und angenehmer.
Überlege, welche Ansichten über Gut und Böse die Menschen haben, mit denen du verkehrst. So verstehst du, warum sie handeln, wie sie es tun, und warum sie gewissermaßen sogar dazu gezwungen sind.
Sei gelassen gegenüber äußeren Ursachen und strebe nach Gerechtigkeit in deinen Handlungen. Dein Handeln sollte dem allgemeinen Wohl dienen und im Einklang mit deiner Natur stehen.
Wenn dich die Fehler anderer stören, denke an deine eigenen ähnlichen Fehler. Dies wird deinen Zorn mildern. Wenn möglich, hilf der Person, sich von diesem Zwang zu befreien.